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Sonntag, 07. Dezember 2014

Die Geschichte des Weihnachtsbaumes

Ohne Baum kein Weihnachten! Aber wieso eigentlich und woher kommt dieser uralte Brauch?


Eine vage Geschichte ist sie, die Geschichte des Christbaumes. Aber nichtsdestotrotz eine interessante. Denn ungefähr um die Zeit, als man im Mittelalter anfing Maibäume oder Richtbäume zu feierlichen Anlässen aufzustellen, wurde in den Kirchen zum Fest auch die Weihnachtsgeschichte aufgeführt. Mit einem wesentlichen Unterschied zu heute: Damals hat man als Ouvertüre für das Stück über Maria und Josef die Geschichte von Adam und Eva zum Besten gegeben. Und da im Winter nichts anderes grünt als Fichte, Tanne, Kiefer & Co., musste ein Nadelbaum als Requisite für den verbotenen Apfelbaum im Paradies herhalten.

Aber selbst in vorchristlicher Zeit finden sich Spuren: Die immergrünen Bäume galten bereits den Römern als Sinnbild des Lebens und der Fruchtbarkeit, nicht zuletzt weil die Zweige in beheizten Räumen zum Blühen gebracht werden können. Und auch die Germanen sollen zur Zeit der Wintersonnenwende Tannenzweige auf öffentliche Plätze und vor die Häuser gelegt haben – ein grünes Symbol der Hoffnung im kahlen, kalten Winter des Nordens.

Wie aber schaffte es das nadlige Ungetüm in die Häuser der Menschen? Hierzu herrscht unter Ethnologen vorwiegend die Meinung, dass es die Zünfte waren, die sich den Schmuck zur Freude aller Mitglieder zuerst ins Zunfthaus stellten: Da wäre zum einen das Jahr 1465, in dem die Bäckerzunft von Freiburg im Breisgau einen Geschenkbaum mit Äpfeln, Nüssen, Datteln, Brezeln und Papierblumen schmückte und ihn an Neujahr zum Wohle der Armen "schüttelte". Aber auch die Aufzeichnungen zu den Schneidergesellen von Basel, die zu Weihnachten 1597 mit einem Nadelbaum voll Äpfeln und Käse umherzogen und ihn schließlich in ihrem Zunfthaus aufstellten, bestätigt die Vermutung der Volkskundler.

Und wie immer in der Geschichte der Menschen, waren es auch im Falle des Christbaumes die Besserbetuchten, die  gerne für sich haben wollten, was die Masse sich teilen muss. Also stellten sie sich einen Baum in ihre ganz privaten Wohnräume und behängten ihn mit Schmuck und Lebensmitteln zum Zeichen ihres Wohlstands: "An allen Ästchen und Zweigen hingen kostbare Konditorwaren, Engel, Puppen, Tiere, alles aus Zucker… Auch vergoldetes Obst hing daran, so dass man unter diesem Baum wie in einem Speisegewölbe sich befand", kann man in den Tagebüchern eines Zeitzeugen aus dem Jahr 1795 lesen, der in Nürnberg offenbar in hohem Hause zu Besuch war. Und siehe da, um diese Zeit tauchen dann auch die "unzähligen Wachslichtlein" auf, die "wie Sterne am Himmel" funkeln - und die Feuerwehr für die nächsten Jahrhunderte zu Weihnachten in Atem halten sollten.

Als schließlich auch die katholischen Herrscherhäuser Europas ihren anfänglichen Widerstand gegen den "heidnischen Brauch" aufgegeben hatten und sich am Glitzern der protestantischen Unart freuten, trat der Weihnachtsbaum seinen Siegeszug um die Welt an – Kolonialisierung, Missionierung und Kulturimperialismus taten ihr Übriges. Heute werden allein in Deutschland jedes Jahr etwa 23 Millionen Weihnachtsbäume gekauft und als Teil der florierenden Festtags-Industrie geschätzt. Bei allen Bedenken, die sich an diesen Gedanken anschließen, bleibt er doch eines der schönsten Dinge an Weihnachten, der Weihnachtsbaum...

mpr